Wohnbaulandverordnung, Zweckentfremdungssatzung und Mietpreisbremse

Wohnbaulandverordnung, Zweckentfremdungssatzung und Mietpreisbremse werden sich für den Überlinger Immobilienmarkt nicht nur als problematisch, sondern als katastrophal erweisen und alle mit diesen Maßnahmen verbunden Erwartungen verfehlen und enttäuschen. 

Warum?

Wenn man weiß, dass für die Herstellung heute mehr als € 3000,00 pro qm Wohnfläche notwendig sind, der Grundstücksanteil je nach Lage oft bei € 1000,00 pro qm Wohnfläche liegt, muss der Verkaufserlös also schon bei mehr als € 4000,00 pro qm Wohnfläche liegen. Rechnet man noch die Finanzierungskosten, Gewährleistung und Unternehmerlohn dazu, sind es schon mindestens € 4500,00 pro qm Wohnfläche, die bei einer Veräußerung erzielt werden müssen.

Überlingen schreibt in der neuen Wohnbaulandverordnung vor, ein Drittel der neu gebauten Wohnungen 30 Jahre lang mit 15% unter dem Mietpreisspiegel zu vermieten. 

Bedeutet in der Rückrechnung rund € 3300,00-€ 3500,00 pro qm maximaler Verkaufspreis, damit sich die Investitionen für den Kapitalanleger rechnet. Man merkt schnell, dass selbst mit Förderzuschüssen, die preisgebunden Wohnungen durch die anderen Wohnungserwerber im Haus mitfinanziert werden müssen. Heißt, der ohnehin schon teure Wohnraum, wird noch teurer.

In Überlingen wird es nur noch Eigennutzer geben, die bereit und in der Lage sind den hohen Kaufpreis zu bezahlen. Das sind sicher keine jungen Familien mit durchschnittlichem Einkommen. Mietwohnungen entstehen nur noch außerhalb der Kernstadt, dort wo die Grundstücke billiger sind, oder in den Nachbargemeinden, in denen keine derartigen Preisbindungen erlassen wurden. Kapitalanleger für die hier dringend benötigten Mietwohnungen werden sich sicher nicht mehr nach Überlingen verirren. Warum auch? Welcher Kapitalanleger soll in Überlingen in ein Projekt investieren, wenn er 30 Jahre lang solchen Beschränkungen unterliegt? Alleine diese Hemmschwelle wird den Mietwohnungsbau in Überlingen zum Erliegen bringen! Wer wissen will wohin das führen kann muss nur mal seinen Blick nach Genf richten. Auch hier hat man vor zwanzig Jahren eine Mietpreisbremse und eine Mietpreisbindung eingeführt, der Staat bestimmt zwar seither was angemessen ist die Investoren jedoch zogen sich zurück, Instandhaltungsmaßnahmen wurden ausgesetzt und Neubauten sind mittlerweile so teuer, dass Sie nur noch für sehr wohlhabende Menschen erschwinglich sind. 

War das gewollt?