Unser Programm

Wir wollen eine verkehrsberuhigte Innenstadt.

Seit Jahrzehnten ringen wir in Überlingen vergeblich um eine Lösung für unser Verkehrsproblem. Die gesamte Innenstadt als verkehrsberuhigte Zone wäre diese ersehnte Lösung für alle. In einer verkehrsberuhigten Innenstadt kann jeder überall hinfahren. Wer sie nur durchqueren will, wird sich einen anderen Weg suchen, um Zeit zu sparen.

Die Innenstadt für Fahrzeuge sperren? Wir Liberalen lehnen das ab. Mit unserer Vorstellung von einer lebendigen Innenstadt wäre so eine Sperrung nicht vereinbar. Sie würde außerdem das Kurviertel im Westen mit zusätzlichem Verkehr belasten. Von der Sperrung einzelner Straßen und Einbahnregelungen, die den Verkehr nur verlagern, nicht verhindern, halten wir nichts.

Wir waren von Anfang an - als einzige - gegen die temporäre Sperrung der Innenstadt. Dabei bleiben wir. Ursprünglich wollten wir Münster- und Christophstraße zu verkehrsberuhigten Bereichen machen. Den für die Christophstraße so lautenden Beschluss des Gemeinderates begrüßen wir.

In einer verkehrsberuhigten Innenstadt bräuchten wir Kurzzeit-Parkplätze mit der „Brötchentaste“ (Taste am Parkscheinautomaten für kostenloses Kurzparken). Der Straßenraum müsste niveaugleich umgebaut werden, wie es schon jetzt auf der Hafenstraße geschehen soll. Wir halten das für machbar, und wir würden uns dafür einsetzen. Aber vorher muss die unsinnige Forderung nach einer Komplettsperrung der Innenstadt vom Tisch.

Ein intelligentes Leitsystem

Das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt werden wir nur mit einem intelligenten Verkehrsleitsystem verringern: Schon an den Ortseingängen werden Autos abgeholt und, auch unter Einbeziehung des Cityringes (bekannt als Umgehungsstraße), zu den Parkhäusern kanalisiert. Belastende „Umwegverkehre“ vermeiden wir auf diese Weise. Wir hoffen immer noch, dass dies zustande kommt.

Zu einem durchdachten Verkehrskonzept gehören eine Reihe von Stellschrauben, zum Beispiel weitere Park- and Ride-Parkplätze an den Verkehrsadern stadteinwärts, die, für die Parker attraktiv, an den ÖPNV angebunden sind. Schon seit Jahren wollen wir so eine effektive Beruhigung „von außen nach innen“. Für große Busse (Betriebsfahrten) und Lkw über 2,8 Tonnen wollen wir die Innenstadt tatsächlich sperren. Alle Buslinien müssen am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) enden. Stattdessen fordern wir ein elektrisch betriebenes „Kurbähnle“ durch den Graben und kleine Elektrobusse im Shuttleverkehr zwischen den Park- and Ride-Parkplätzen, ZOB und Landungsplatz.

Während der Landesgartenschau (23. April bis 18. Oktober 2020) wollen wir die Münsterstraße nur für Elektro-Kleinbusse als Personentransporter öffnen. Die Elektrobusse sollen in der Fußgängerzone an mehreren Haltestellen die Besucher zusteigen lassen und in Schrittgeschwindigkeit durch die Münsterstraße rollen. Außerdem drängen wir darauf, die bisherigen – abwegigen! - Ideen zur Routenführung für den Personentransport zu verwerfen. Wollen wir ernsthaft Besucher aus dem östlichen Parkraum der LGS durch die Oststadt fahren, vorbei an zwei Altenheimen und durch ein ohnehin mehr als belastetes Wohngebiet? Oder über die dann volle B31?

Wir wollen über Konzepte reden, nicht über Stückwerk

Den Fahrradverkehr auf der Hafenstraße gegen die Einbahnfahrtrichtung zu leiten, halten wir für falsch, ja, für gefährlich. Als Demokraten tolerieren wir diesen vom Gemeinderat mehrheitlich gefassten Beschluss, behalten das Thema aber auf der Agenda, bis eine vernünftige Lösung gefunden ist. Damit Radfahrer auf der Münsterstraße nicht absteigen und 250 Meter schieben müssen, soll jetzt eine Radfahrerampel entstehen, diverse Umbauten sind notwendig, und drei Bäume vor der TouristInformation müssen gefällt werden. Das halten wir für unverhältnismäßigen Aufwand, betrieben für ein unausgegorenes Konzept.

Einen Schritt in die Zukunft macht Überlingen mit zukunftsfähigen Verkehrskonzepten z.B. mit Kleinst-Fahrzeugen und -Transportern, angetrieben von alternativen Energien. Über solche Konzepte wollen wir diskutieren, nicht über halbgares Stückwerk.

Wir machen uns Sorgen um die Innenstadt. Die Banken ziehen in die Außenbereiche, traditionelle Einzelhandelsgeschäfte schließen, Filialisten wandern ab. Sogar in der Vorweihnachtszeit herrschte teilweise beängstigende Leere. Natürlich ist der Trend zu großen Einkaufszentren vor den Toren der Stadt und der Einkauf auf der Couch über das Internet nicht aufzuhalten. Umso wichtiger ist kommunale Politik, die diesen Trends entgegenwirkt, um unsere lebenswerte und lebendige Innenstadt zu erhalten.

Der Ladenbesatz in Überlingen ist besser als in vergleichbaren Städten. Wir müssen ihn pflegen und erhalten. Für uns Liberale heißt Pflege der Innenstadt nicht „Totberuhigung“ der Innenstadt. Es ist Aufgabe der Stadt, alles zu tun, damit Gewerbetreibende in der Innenstadt erreichbar, sichtbar, wahrnehmbar und, ja, anfahrbar bleiben. Das gilt für Einzelhändler, Gastronomiebetriebe oder Selbstständige und Banken, das gilt für Arztpraxen oder Rechtsanwaltsbüros, Steuerberater oder Architekten; eben alle die, die die Attraktivität der Innenstadt letztlich ausmachen. Wir halten nichts von gesperrten Straßen, Fahrverboten, Parkverboten. Eine Innenstadt, die nur noch für Fußgänger erreichbar ist, wird bald leer stehen.

Überall in Deutschland sehen wir, dass Innenstädte wieder – wenn auch temporär – für den Verkehr geöffnet werden. Großstädte! Um wie viel eher müsste man die kleine Überlinger Innenstadt erreichbar machen?!

Auch die politische Debatte um die Einführung eines verkehrsberuhigten Bereichs auf allen Straßen der Innenstadt muss erst noch geführt werden. Wohnen in der Innenstadt ist attraktiv, und das soll so bleiben. Wohnen in der Innenstadt heißt kurze Wege, heißt pulsierendes Leben genießen und mitten im Geschehen sein. Es heißt auch Nähe zum See. Wer die absolute Ruhe sucht, sollte ein anderes Wohnquartier wählen. Wo das Leben tobt, wo der Puls der Stadt schlägt, da wird es halt mal etwas lauter. Der Attraktivität unserer Innenstadt als Wohnquartier tut das keinen Abbruch; man muss es einfach wissen.

Wir unterstützen die Bemühungen der Überlingen Marketing und Tourismus GmbH (ÜMT), das touristische Angebot in Überlingen in all seiner Vielfalt noch weiter zu verbessern. Nur durch Qualität und hohen Standard punkten wir gegenüber den Mitbewerbern am See, in Deutschland und weltweit.

Mit der ÜMT arbeiten wir daran, den Tourismus in Überlingen weiterzuentwickeln. Zuletzt standen mehrere Workshops und Präsentationen im Kursaal auf der Agenda. Auf „Garten und Gesundheit“ soll fortan der Fokus des Überlinger touristischen Angebots liegen. Wir finden diese neue Marketing-Positionierung gut und richtig. Hinsichtlich Gärten und Gesundheit kann zumindest keine Stadt am See mit Überlingen mithalten.

Touristische Zeichen setzen

Überlingen braucht hochwertige Übernachtungsangebote. Die Untersuchungen des beauftragten Instituts „Project M“ haben auch gezeigt, dass in der Gastronomie ein weniger monotones Angebot mehr Chancen eröffnen würde. Wir sind für behutsames, organisches Wachstum. Mutige Projekte wie die Bodensee-Therme sind in unserem Sinne. Der Bau hat ein touristisches Zeichen gesetzt.

Von solchen Zeichen brauchen wir mehr. Der Bedarf für ein Ferien-Hotel sowie Radler-Hotels ist weiterhin vorhanden. Wir sollten ihn auch und gerade mit heimischen Bauinteressenten verfolgen. Wir stehen weiter zu dem Projekt der Seekantenbestuhlung. Die dagegen vorgebrachten Argumente erscheinen uns rückwärtsgewandt oder aus Angst vor Konkurrenz geboren.

Wir waren seinerzeit ein aktiver Teil bei der Zusammenführung der ÜMT mit dem Stadtmarketing. Daran möchten wir ebenso festhalten wie am Gedanken der Cittaslow-Vereinigung, der unsere Stadt immer noch angehört.

Der Mix aus Industrie und Handel, Dienstleistung und freien Berufen, Handwerk und Tourismus stärkt unsere Stadt. Wir freuen uns, dass eine unserer zentralen Forderungen unlängst umgesetzt wurde. Seit Ende 2017 bemüht sich ein Wirtschaftsförderer um die Ansiedlung neuer Unternehmen und kümmert sich um Nöte und Wünsche der teils seit Generationen vorhandenen Betriebe.

Noch aktiveres Vorgehen und etwas mehr Kontur wären in unserem Sinne. Das neue Gewerbegebiet „Oberried V“ ist eine große Chance, endlich wieder Betrieben in Überlingen die Möglichkeit der Erweiterung oder anderen überhaupt die einer Ansiedlung zu geben. Wir möchten, dass es zügig und unkompliziert vorangeht. Unsere Aufgabe sehen wir darin, den Gewerbetreibenden ein städtisches „Klima“ zu schaffen, in dem sie erfolgreich arbeiten können. Freie Demokraten setzen sich seit Jahrzehnten für die Abschaffung der Gewerbesteuer ein und deren Ersatz durch eine Gemeindeeinwohner steuer.

Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP, auch bekannt als PPP, public private partnership) ist eines unserer Kernthemen.

Wir halten es nach wie vor für richtig, dass private Einrichtungen und Institute an der Überlingen Marketing und Tourismus GmbH (ÜMT) beteiligt sind. Das Helios Spital, unser Überlinger Krankenhaus, bietet gegenüber früher ein erhöhtes Angebot an Diagnostik und medizinischen Leistungen. Punktuelle Kritik an einzelnen Gliedern der Behandlungskette, von der Notaufnahme bis zum Stationsservice, ist berechtigt. Aber: Herzkatheter, MRT oder Schilddrüsen- und Pankreas-OP gibt es anderswo nur in Großkliniken. Jetzt kam noch neu eine geriatrische Station hinzu. Wer sich die Situation anderer Krankenhäuser in der Region anschaut und vergleicht, der sieht, dass Gemeinderat und Klinik in Überlingen die Weichen richtig gestellt haben.

Die Greth ist ein Prunkstück im Zentrum der Stadt, das mit privaten Mitteln renoviert und in der heutigen Form hergestellt wurde. Hier nochmal ein Dank für die Weitsicht an Dr. Jörg Auriga und den Architekten Jürgen Reinhardt. Ob Badhotel oder Therme, St. Leonhard, Kellerwerft oder die Strandbäder – überall hat es sich für die Stadt gelohnt, auf Elan und Fantasie von Privatleuten zu setzen, sei es als Investor, sei es als Eigentümer.

Natürlich kann es mal schiefgehen, natürlich kann sich ein Unternehmer verkalkulieren oder sein Angebot an den Bedürfnissen des Marktes vorbei ausrichten. Deswegen sind wir Freien Demokraten dafür, dass die Stadt stets einen Fuß in städtischen Projekten behält oder sich zumindest gewisse Mitspracherechte sichert.

Öffentlich-private Partnerschaften haben nicht den besten Ruf. Zu Unrecht, meinen wir. Die FDP Überlingen empfindet ÖPP als ideale Vorgehensweise bei kommunalem Management von nichthoheitlichen Aufgaben. Dazu zählt für uns der komplette kulturelle Bereich inklusive Großveranstaltungen: uns fällt die Kapuzinerkirche ein, außerdem Sommertheater, WortMenue, Kultur im Kapuziner, Promenadenfest, ÜB on Ice oder der Weihnachtsmarkt.

Die neu erwachte Politisierung der Jugend finden wir toll. Jetzt soll sie aus ihrem Protest machbare, politisch umsetzbare Lösungen entwickeln. Wir helfen gern.

Engagierte Jugendliche und junge Erwachsene sehen wir Liberalen nicht als ein Problem, sondern als unsere Zukunft und als Herausforderung an. Wir sind gespannt auf die Arbeit des neuen Jugendgemeinderats. Was bewegt junge Menschen in Überlingen? Was erwarten sie von ihrer Kommune? Welche Ideen und Wünsche kommen auf uns zu?

Jugendliche und junge Menschen müssen selbst für ihre Interessen einstehen können.Wir wollen der Jugend, ihren Bedürfnissen und Wünschen Raum geben. Es reicht nicht, wie bisher, das Jugendcafé zu öffnen und zu warten, dass die Jugendlichen kommen. Nicht alle Jugendlichen fühlen sich dort wohl und zugehörig. Die Mitarbeiter des Jugendreferates müssen auf die Jugendlichen zugehen und zwar da, wo sich diese aufhalten und aufhalten wollen.

Eine subventionierte Saftbar ist ein netter Ansatz. Wenn die Säfte jedoch nur dazu dienen, den mitgebrachten Alkohol zu verdünnen, sehen wir keine Jugendarbeit, sondern Aktionismus. Dies kann nicht der richtige Ansatz sein. Was das Jugendreferat macht, ist oft gekennzeichnet von gutem Willen, aber zu viele der gut gemeinten Versuche zielen bislang an der Lebenswirklichkeit junger Menschen in unserer Stadt vorbei. Hier ist für uns keine Jugendarbeit spürbar, sondern nur Aktionismus.

Angebote nahe dem Schulzentrum

Gerade wir als Schulstadt müssen auch in der schulfreien Zeit Angebote für die jungen Überlinger und ihre Freunde aus der Region schaffen. Angebote, die sie attraktiv finden und die ihre Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigen. Die Rampe ist schon vom Standort her unattraktiv. Raum und Räumlichkeiten in der Stadt müssen wir jungen Menschen anbieten, anstatt sie außerhalb zu ghettoisieren.

Diese Räume können und müssen, wie von uns längst vorgeschlagen, im Großraum des Schulzentrums/Campus liegen. Aus dem Scheunengebäude beim Werkhof zum Beispiel ließe sich etwas machen.

Jugendliche, die aus Krisengebieten zu uns kommen, wollen wir wirklich integrieren. In unserer Leistungsgesellschaft bestehen und sie bereichern werden sie nur, wenn sie begreifen, wie diese Gesellschaft funktioniert. Und das müssen wir ihnen zeigen. Einmal die Woche einen Techniker zur Fahrradreparatur vorbeischicken, ein Beispiel von vielen, ist gut gemeint, aber hilft eben nicht, sondern erzieht zur Bequemlichkeit. Die Jugendlichen müssen lernen, technische und andere Probleme selbst zu lösen. Hilfe zur Selbsthilfe ist gefragt.

Überlingen ist die Schulstadt der Region. Seit Jahrzehnten setzen wir Liberalen uns für die Vielfalt der Bildungseinrichtungen in Überlingen ein. Wir begrüßen das Nebeneinander von städtischen Schulen, Kreis- und privaten Schulen in Überlingen. Den Status „Schulstadt“ gilt es mit großem Einsatz zu halten und zeitgemäß zu erweitern.

Wir setzen uns nachdrücklich für Ganztagsschulen ein. In Überlingen und auch sonst im Bodenseekreis arbeiten wir für den Erhalt der Realschule. Genauso für den Erhalt des Gymnasiums. Wir wollen die „Campus-Lösung“, die uns als Schulstadt zukunftsfähig macht. Wir wissen, dass wir dafür enorm investieren und die Belastungsgrenze der Stadt ausloten müssen. Aber unsere Jugend und deren Ausbildungsstätten sind uns jeden Euro wert.

Wir bejahen den Ausbau und Neubau sowohl von privaten als auch städtischen Kindergärten.

Mit der Unterstützung des Neubaus Montessori-Kindergarten, dem Neubau der Kindergärten in Nußdorf und auf dem Burgberg sowie dem Familienzentrum St. Angelus hat Überlingen in der jüngeren Vergangenheit Herausragendes geleistet. Darauf gilt es jetzt aufzubauen. Gerade die Einbindung des Kunkelhausvereins und seiner Bedürfnisse in das Angelus-Projekt ist zukunftsweisend. Die bevorstehende große Erweiterung des privaten Bonhoeffer-Kindergartens wird von Seiten der Kommune finanziell erheblich unterstützt.

Weitere Kinderbetreuungs-Angebote werden kommen müssen. So unterstützen wir die Bemühungen, auch für die Mitarbeiter des Helios Spitals – hier arbeiten viel Frauen mit kleinen Kindern - eine betriebliche Kinderbetreuung zu schaffen. Für Liberale ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wesentliches Element bei der Entwicklung einer freien, selbstbestimmten Persönlichkeit.

Die Vielfalt und große Zahl kultureller Veranstaltungen in Überlingen hat Tradition. Unsere Kulturstadt hebt sich ab von anderen Städten in der Region, sie reizt Menschen, hier zu leben und zu arbeiten. Dichter und Musiker, Maler und Intellektuelle haben sich stets gerne in Überlingen niedergelassen, der wohl bekannteste ist momentan Martin Walser.

Kunst und Kultur bringen Menschen miteinander ins Gespräch, sie offenbaren uns neue, unerwartete Ideen, sie fördern Toleranz und Weltoffenheit. Allerdings ist das Angebot, das die Stadt selbst finanziert, zuletzt immer mehr zurückgegangen. In einem Jahr der großen Haushaltsenge wurde sogar ernsthaft erwogen, die Förderung der Kultur als Freiwilligkeitsleistung ganz einzustellen.

Nicht mit uns!

Musik und Kunst gehören ebenso zu Aufgaben einer Kommune wie Müllabfuhr und Straßenbau. Ein attraktives Kulturangebot ist auch ein Standortfaktor für den Tourismus und die örtlichen Betriebe, die auf Fachkräfte von außerhalb angewiesen sind.

Wir waren und sind für die Landesgartenschau. Wir bringen uns ein, treiben sie voran und gestalten sie mit. Die Landesgartenschau verstehen wir als einmalige Chance für Überlingen im Sinne der Stadtentwicklung und der qualitativen Weiterentwicklung des Stadtbildes: Verlängerung und Umgestaltung der Promenade, Landungsplatz, Mantelhafen, Menzinger Gärten etc. Was dort entsteht, empfindet der eine oder andere anfangs als etwas zu urban für die ehemalige Freie Reichsstadt, doch wir gewöhnen uns daran. Veränderung bringt Dynamik, Stillstand lähmt.

Das gilt auch für den Rest von Überlingen. Ob der Landesgartenschau dürfen wir nicht alles andere, was in unserer Stadt passiert, vernachlässigen. Das Stadtbild muss anhand der gegebenen Bausubstanz behutsam weiterentwickelt werden. „Investoren-Architektur“ darf nicht prägend werden! Die Goldbacher Straße ist in dieser Hinsicht ein warnendes Menetekel. Bauträger, die in Überlingen bauen, sollen nicht nur den Moment und ihre Rendite sehen, sondern die Zukunft der Stadt.

Unsere alte Forderung nach einem Gestaltungsbeirat für eine stimmige Baukultur ist aktueller denn je. Wegweisende Projekte wie das Baugebiet „Südlich Härlen“ und ein neues Altenzentrum stehen bevor. Wir sind zuversichtlich, dass sich der Bauausschuss zu einem gestaltenden Gremium entwickelt kann, das solche und andere Projekte im Sinne unseres Stadtbildes steuert.

Den mittelalterlichen Charakter der Altstadt wollen wir erhalten. Alte oder gar historische Villen in den Wohngebieten machen unsere Stadt aus, ebenso der Baumbestand. Beides verträgt sich mit moderner zeitgemäßer Architektur, die durch Qualität und neue Formen und Materialien einen Spannungsbogen zum mittelalterlichen Stadtbild herstellt.

Viele kleine Wohnstraßen durchziehen Überlingen, ein über Jahrzehnte gewachsenes Charakteristikum unserer Stadt. Müssen diese Straßen wirklich aus- und umgebaut werden, brauchen wir eine Verschnellstraßung Überlingens? Wir glauben das nicht. Die Menschen haben sich mit ihren Straßen arrangiert, sie wollen sie so behalten, wie sie sind. Unsere Aufgabe ist, die Wünsche der Bürger zu hören und wahr werden zu lassen.

Fragen der Zukunft müssen beantwortet werden, darunter diese jetzt schon drängende: Wie schaffen wir es, in einem so hochpreisigen Umfeld wie Überlingen bezahlbaren Wohnraum für junge Familien zu bauen? Eine Lösung wird sein, mehr Wohngebiete auszuweisen, die nicht unbedingt die 1a-Seelage haben wie z.B. „Flinkern“. Die erfolgreiche Eröffnung neuer Wohngebiete in unseren Teilorten wie Bonndorf, Deisendorf und zuletzt Bambergen zeigt, wie es gehen kann. Wir fordern progressiveres und mutigeres Vorgehen von Stadt und Bauträgern.

Überlingen braucht eine zeitgemäße Stadthalle, ein architektonisches modernes Schmuckstück mit variabler Innenraum-Gestaltung und hervorragender Akustik, ein neues Kultur- und Stadtzentrum.

Ein möglicher Standort ist und bleibt die Zimmerwiese. Die ehemalige Kapuzinerkirche muss, nachdem sie überraschend Anfang Dezember 2017 geschlossen wurde, endlich und dringend gerichtet werden. Der Kapuziner soll nicht nur für die Landesgartenschau, sondern auch für kleinere kulturelle Veranstaltungen und Vereinsveranstaltungen ganzjährig nutzbar gemacht werden und dabei bezahlbar bleiben. Es ist ein Unding, dass eine Stadt wie Überlingen keine eigene Veranstaltungs-Location vorhält.

Die Zweckentfremdungssatzung greift in die Eigentumsrechte der Bürger ein. Wir Freie Demokraten lehnen das entschieden ab. Wenn die Bürger ihren Wohnraum lieber Touristen und Gästen unserer Stadt zur Verfügung stellen, als ihn zu vermieten, ist das primär und alleinig ihre Entscheidung. Wir dürfen das nicht mit solchen Zwangsmaßnahmen zu verhindern versuchen.

Das Recht auf Eigentum ist sogar in der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen festgeschrieben (Artikel 17) – ebenso wie der Umstand, dass niemandem sein Eigentum willkürlich weggenommen werden darf. Eigentum ist ein zu hohes Gut, als dass wir daran rütteln dürften.

Andere Lösungen bieten sich an. Wir sollten Anreize schaffen und den Mietwohnungsbau gezielt fördern. Modelle dafür gibt es in unserer Stadt sogar schon, am Hildegardring zum Beispiel. Im Übrigen sollte die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie den langjährigen Leerstand bei städtischen Wohnungen beendet. Den Bürger bei der Nutzung seines Wohnraumes zu sehr zu reglementieren, bedeutet auch, ihn davon abzuhalten, neuen Wohnraum zu schaffen.

Die Neuplanung und der Bau des neuen Altenzentrums auf dem Härlen durch den Spital- und Spendenfonds der Stadt Überlingen ist eines der Zukunftsprojekte Überlingens.

Wie wir mit den Menschen im Lebensabend umgehen sagt etwas aus über Werte wie Respekt und Dankbarkeit für eine Lebensleistung in unserem Gemeinwesen. Der Standort stimmt. Jetzt kommt es darauf an, eine dieser wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe gerechte architektonische Lösung zu entwickeln, damit Überlinger Bürger im Alter gut betreut und versorgt werden können.

Die barrierefreie Stadt

Wir setzen uns dezidiert auch dafür ein, dass im Rahmen des Altenzentrums ein Hospiz eingerichtet wird. Hier ist unser Freund Dr. Wetzel einer derjenigen, der dies Projekt vehement vorantreibt. Die Stadt muss weiter für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung umgebaut werden (Kasseler Sonderbord usw.). Das Ziel ist eine barrierefreie Stadt.

Privaten Initiativen, teilweise von der Stadt unterstützt, verdankt Überlingen einen großen Teil seines reichhaltigen kulturellen Angebots. In manchem Fall machen private Sponsoren, Mäzene und Unterstützer ein hochwertiges Angebot erst möglich. Diese Partnerschaften zwischen privaten Initiatoren, der Stadt und privaten Sponsoren befürworten wir ausdrücklich. Aus ihnen entsteht ein kulturelles Angebot, das sich Publikum und Unterstützer suchen muss.

Dass so viele Bürger und Unternehmen in die Lücke springen, die die Stadt hinterlässt (Konzerte der Mozartgesellschaft, Kultur im Kapuziner, Kleine Oper am See, Klassik-Konzert-Reihe in der Jodok-Kirche, WortMenue, RotaryMusikwettbewerb, Noltes Theater, die Münsterkonzerte), dokumentiert das lebendigen Bürgertum in unserer Stadt. Wenn private Initiativen oder Veranstalter den Bürgern Kulturprogramme bieten, die zu präsentieren zu den Aufgaben der Stadt gehört, muss die Kommune diese hegen und pflegen.

Von der Stadt präsentierte Kultur darf sich nicht auf Ausstellungen im Faulen Pelz und im Museum beschränken. Ein Angebot für junge Leute fehlt – eine Gelegenheit für die Stadt, mal selbst die Initiative zu ergreifen und Unterstützer zu finden. Wir hoffen sehr auf die eine oder andere Initialzündung aus dem Jugendgemeinderat. Ideen aus dem neuen, jungen Gremium werden unsere Unterstützung haben.

Teil unserer Identität

Wir sollten darauf achten, Identifikationsmomente zu erhalten und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Deshalb sind wir für saisonverlängernde Darbietungen auf dem Landungsplatz, auf der Hofstatt, um die Innenstadt attraktiver zu machen – also für die Beach Days, ÜB on Ice, den Töpfermarkt, den Weihnachtsmarkt, das Promenadenfest.

Diese Veranstaltungen sind Teil der Überlinger Identität, des Überlinger Lebens, sie müssen neben der Landesgartenschau einen Platz finden. Solche Identifikationsmerkmale sind oft banal wie das Autokennzeichen ÜB oder das Rehgehege. Aber für viele Überlinger sind es auch solche scheinbar belanglosen Dinge, die ans Herz rühren, Engagement bewirken und Lebensqualität erzeugen.

Seit etlichen Jahren können ehemalige Kreisstädte ihre in den 1970ern bei der Gebietsreform verlorengegangenen Kfz-Kennzeichen wieder einführen. In Überlingen wollen wir diese Möglichkeit wahrnehmen, darum unsere Initiative „ÜB für uns“.

Tagespolitisch entscheidend ist sie nicht, rein emotional begründet auch nicht. Ja, „ÜB“ drückt ein positives Gefühl von Heimat und Verbundenheit mit unserer Stadt aus. Und mehr: Neben der lokalen Identifikation ist es eine touristische Marke, ein Werkzeug des Standort-Marketings, das wir ungenutzt liegen lassen.

Eine große Mehrheit der Einwohner Überlingens will „ÜB“, selbiges gilt für Tettnang und „TT“. Trotzdem haben Landrat und Kreistag zwei Mal den Bürgern ihren Wunsch verwehrt. Begründung: Separate Kennzeichen würden den Bodenseekreis schwächen. „ÜB“ sei nicht identitätsstiftend, sondern diene der Abgrenzung, sagt der Landrat.

Er irrt sich. Niemand untergräbt den Bodenseekreis oder will, wie gern argumentiert wird, „Kirchturmpolitik“ betreiben. Die Menschen wünschen sich „ÜB“, wir wollen das respektieren. So einfach ist das. Die vielen Fahrzeuge mit „ÜB für uns“-Aufkleber, die seit 2012 in und um Überlingen unterwegs sind, zeigen, dass wir recht haben.

Das batteriebetriebene Kurbähnle holt uns an einem der großen Park- and Ride-Parkplätze im Norden, Osten und Westen der Stadt ab. Nicht das Kurbähnle der 60er-Jahre, das knatternde Unikum, das gleichwohl nicht nur als Folklore, sondern identitätsstiftend durch Überlingen fuhr. Das Gefährt der Zukunft ist eine moderne, durchaus auch autonom gesteuerte Variante.

Die Wohngebiete werden von kleinen Elektrobussen erschlossen. Die Stadt ist verkehrsberuhigt, alle Straßen sind niveaugleich umgebaut, Fahrräder, elektrische Tretroller und kleinen Golfwagen ähnliche Gefährte befördern Überlinger und Gäste, Einkaufsbummler und Promenadenflaneure zwischen Aufkircher Tor und See, Stadtgarten und Mantelhafen hin und her.

Dort heißt es: Aussteigen, bitte – und umsteigen in ein Gefährt Ihrer Wahl, vom Einsitzer bis zum Transporter, das Sie per Smartphone vorher reservieren, sofort damit losfahren und überall in der Stadt verwenden können. Abgerechnet wird automatisch, ebenfalls per Smartphone, Aufwand pro Fahrt: ein Knopfdruck. Es ist das Prinzip eines Einkaufswagens, mit dem Sie das Fahrzeug auslösen und an der Stelle in der Stadt, zu der Sie wollen, wieder abgeben, nur eben nicht mit Chip und Kette, sondern mit dem Handy.

Uns schweben rund um die Uhr günstig mietbare Fahrzeuge jeglicher Art vor, die den Benutzern Flexibilität, Nutzwert und Spaß garantieren. Bewegt werden diese Fahrzeuge mittels verschiedenster alternativer Antriebsstoffe und -arten, gerne auch autonom ohne Fahrer. Über die ganze Stadt ist ein Netz von Stationen mit Fahrzeugen verteilt, flankiert von „Auffangparkplätzen“ am Stadtrand.

Überlingen ist überregional bekannt durch seine Lage und sein originelles Verkehrssystem. Lieferungen für die Innenstadt werden in einem zentralen Lager am Stadtrand abgegeben und von dort per WVÜ-Shuttle in die Stadt gebracht. Dasselbe Prinzip gilt für den Paketdienst. Lieferanten haben kürzere Wege und leichtere Zustellung und sparen dadurch Geld, da sie nicht mehr einzeln zustellen müssen. Einige Überlinger Geschäfte liefern im Stadtgebiet auch gegen eine Gebühr nach Hause.

Das neue System wurde durch ein großes gemeinsames Investitionsprojekt Überlinger Bürger finanziert, die an einem solchen Mobilitätskonzept interessiert sind. Überlingen als Pilot hat schon viele andere Kommunen interessiert, die das gleiche Verkehrsproblem haben.

Wir leben unseren Traum.

Unsere Kandidaten

Raimund Wilhelmi
Reinhard Weigelt
Ingo Wörner
Peter Vögele
Ulrike Barth
Uwe Negrassus
Michael Röther
Saskia Winkler
Haro Kraus
Achim Niess
Robin Schefe
Erika Lock
Jürgen Gundelsweiler
Judith Braun
Thomas Lailach
Sabino Vassalli
Adele Rieken
Domeniko Bentivegna
Volker Bergmann
Rainer Schatz
Wolfgang Mock
Peter Berchtold
Manfred Braun
Gerhard Gruber
Bernd Giesser
Andreas Schauer

Termine

16.05.2019 um 11:30 Uhr
Liberaler Handwerker Mittagstisch
Baufnang Schwert

17.05.2019 um 18:00 Uhr
Podiumsdiskussion des Jugendgemeinderates
Gymnasium Überlingen Aula

18.05.2019 um 17 Uhr
Kandidaten-Vorstellung
Augustinum Überlingen

19.05.2019 um 11 Uhr
Liberaler Frühschoppen
Goldbach - Ristorante Basilico

22.05.2019 ab 16 Uhr
Liberales Grillfest
Lippertsreute - Landgasthof Adler